Geschichten rund um Far from Fear e.V.

25 Jahre Far from Fear – ein Grund zum Feiern!
25 Jahre Far from Fear – das schafft man nicht als Einzelkämpfer!
25 Jahre Far from Fear – das sind WIR alle GEMEINSAM!

Hier sind Erinnerungen, Gedanken, Lustiges und Trauriges aus 25 Jahren Far from Fear e.V.

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TAMI

Das Weihnatchstwunder 2012

Im Sommer 2012 ist Tami als Pflegehund aus Spanien zu uns gekommen. Sie hatte schwere, bereits in Spanien behandelte, Verletzungen im Halsbereich und war schwer traumatisiert.

Wir sind als Pflegestelle zu Beginn davon ausgegangen, dass Tami womöglich nie vermittelbar sein und für immer bei uns bleiben würde. Im Laufe einiger Monate entwickelte sich Tami hier, auch mithilfe von Zylkene, Bachblüten, TTouch, speziellen Massagen, etc., so

weit, dass sie in unserem Garten unbeschwert mit allen anderen Fellnasen tobte, unser Schlafzimmer inklusive Bett als ihre Spielfläche ansah und zunehmend offener sogar auf fremde Besucher reagierte. Als dann eine Familie bei uns zu Besuch war, die schon einen

Galgo von FFF adoptiert hat und sehr ruhig und geduldig ist, war Tami ihnen gegenüber relativ offen und ließ sich sogar streicheln. Für die Familie entstand nach kurzer Zeit der Wunsch, Tami trotz all ihrer Ängste, trotz der Schwierigkeiten, mit ihr spazieren zu gehen, trotz all der Einschränkungen, die das für die Familie mit sich bringen würde, zu adoptieren.

Es schien nach gründlichem Abwägen in enger Absprache mit dem Vereinsvorstand Tamis einzige Chance für eine eigene Familie. Alles schien perfekt: die ruhige Art der Familie, die Nähe des Wohnortes der Familie zu uns zu uns, so dass Tami bei uns auf der Wiese weiter ihren Freilauf genießen konnte, Tamis für ihre Verhältnisse großes Zutrauen zu der Familie, etc. So gab es gegenseitig noch diverse Besuche um das Vertrauen aufzubauen, Kleidungsstücke der Familie wurden bei Tami gelassen uvm. Am 26.11.2012 brachte ich dann am Nachmittag Tami in ihr neues Zuhause. Ich blieb noch etwa 1-2 Stunden bei ihr, dann verließ ich sie mit dem letzten, nochmaligen Hinweis an die Familie, dass Tami Türen öffnen konnte und der Bitte, die Haustür abzuschließen. Abends bekamen wir dann eine erste Email mit Fotos, die Tami auf der Couch neben ihrer neuen Mama und deren erster Galga zeigten. Wir waren froh und bester Zuversicht: Alles muss klappen.

Am nächsten Morgen klingelte um 9 Uhr das Telefon, Tamis neue Familie rief an: „Es ist etwas Schreckliches passiert, Tami hat in der Nacht irgendwann die Türen geöffnet und ist weggelaufen.“ Bemerkt wurde das am Morgen. Es war für uns der Beginn einer Horrorzeit!

Wir informierten den Vereinsvorstand Gabi D. und Melanie St. (eine in der Nähe wohnende FFF-Adoptivmama, die wir über FFF kannten) , die beide sofort bereit waren zu kommen, und klärten mit Tamis Familie, was zunächst zu tun war: Suchplakate drucken, Polizei, Tierheime, Radiosender etc. zu informieren, usw. Dann packten wir Leine, Leckerlis und Spock und Idea, zwei unserer Hunde, ein und fuhren los um Tami zu suchen. Wir erfuhren von Tamis Familie, dass sie noch das Sicherheitsgeschirr trug, das wir dagelassen hatten. Wir riefen und suchten zunächst im näheren Umfeld, verteilten Suchplakate, befragten Anwohner und Passanten. Im Laufe des Sonntags bekamen wir Hilfe von vielen Vereinsmitgliedern, die alle bei der Suche halfen – leider ohne irgendeinen Hinweis zu bekommen. Am Ende des Tages mussten wir verzweifelt die Suche abbrechen. Am Montag kamen erste Sichtmeldungen, allerdings aus einem Nachbarort. Nach der Arbeit fuhren wir wieder los, verteilten in diesem Ort Plakate, informierten die Anwohner und baten um Hilfe, die wir in diesem Ort in ungeahntem Ausmaß erfahren haben. Frau M., eine Anwohnerin, hatte Taminbereits am Sonntag 2x gesehen und fuhr mit uns zu der Stelle, wo Tami gestanden hatte. Sie wollte all ihre Bekannten informieren und verstärkt aufpassen. Diese Dame hat, obwohl sie ein kleines Baby hat, auch in den folgenden Tagen immer Bereitschaft und Einsatz bei der Suche gezeigt! Aber auch an diesem Abend kein weiterer Erfolg, wir waren jedoch ein wenig beruhigt, Tami lebte und wir konnten abschätzen, in welchem Gebiet sie war. Schlimm war jedoch, dass sich in unmittelbarer Nähe die A2 befand… In den nächsten Tagen immer dasselbe Szenario, allerdings wurde deutlich, dass Tami scheinbar bestimmte Anlaufstellen hatte. Es wurden Futterstellen eingerichtet, auch dies mit größter Unterstützung der Anwohner. Wir konnten es kaum glauben, dass es so hilfsbereite Leute gibt! Melanie A. und Ulrike K., zwei FFF- Pflegestellen, kamen täglich mit ihren Galgos von ihrem zig Kilometer entfernten Wohnort um Tami zu suchen. Für das folgende Wochenende (1. Advent) planten wir gemeinsam mit dem Vereinsvorstand eine größere Einfangaktion. Mit vielen Helfern (1000 x Danke!!!) wurde den kompletten Samstag und Sonntag in Kälte und Schneeregen gesucht, eine Eigenbaufalle aufgestellt an einer Stelle, an der Tami häufig zu sehen war, und gewartet. Tami kam nicht. An diesem Wochenende lief Tami jedoch mehrmals in einem minimalen Abstand an vielen von uns vorbei, so dass wir nun zu 100% sicher waren: Tami ist hier und sie ist den Umständen entsprechend wohlauf. Wir wussten nun allerdings auch: Tami will sich scheinbar nicht von uns fangen lassen…

Nun kamen erste Vorschläge, eine Tierkommunikatorin einzuschalten. Wir, die ehemalige Pflegestelle, waren zunächst mehr als skeptisch (Wissenschaftler müssen immer Beweise und etwas Handfestes haben…), dachten aber: Schaden kann es nicht! Zunächst kamen Hinweise von der Tierkommunikatorin, wie „Tami sagt, sie schläft dort, wo es pieksig ist und nicht sehr warm.“ Wir dachten an Ställe mit Heu, Stroh o.ä., die gab es dort in Massen… Also nichts Konkretes, so dass wir weiter skeptisch blieben. Am Ende des Wochenendes mussten wir  wieder erfolglos und verzweifelt aufgegeben. Montags kamen neue Sichtmeldungen, morgens wurde Tami in einer Recyclingfirma aufgeschreckt, wo sie scheinbar geschlafen hatte. (Papierreste=pieksig; nicht warm, s.o. …!!!) Nach langem Überlegen planten Klaus und ich (Pflegeeltern), am nächsten Tag auf dem Firmengelände zu übernachten (Herzlichen Dank an die Firmenleitung, die das trotz Alarmanlage und Videoüberwachung möglich machte!). Wir hofften, Tami würde dort wieder schlafen und wir könnten sie dort einfangen. Wir warteten bis 2 Uhr morgens, ohne dass Tami auftauchte. Dann schlichen wir ein letztes Mal zu der vermuteten Schlafstelle. Bevor wir in sichtbare Nähe kamen, hörten wir eine Art Aufschrei, der uns durch Mark und Bein ging, dann raste Tami wie ein Blitz quer vor uns in Richtung eines offenen Feldes. Wir brachen fast zusammen vor Verzweiflung! Für uns schien es in diesem Moment aussichtslos, Tami je zu fangen. Sie konnte uns noch nicht gehört oder gesehen haben, musste so sehr auf der Lauer gewesen sein, dass sie bei der kleinsten Witterung geflüchtet war! Welche Panik musste sie inzwischen selbst vor uns haben… Am Boden zerstört informierten wir den Vereinsvorstand und fuhren heim…

Am nächsten Morgen meldete sich bei mir die Tierkommunikatorin Frau L. . Sie hatte Kontakt mit Tami aufgenommen, die ihr gesagt hatte, sie würde sich nicht einfangen lassen, weil sie nicht in eine andere Familie wollte, als in ihre Pflegefamilie. Sie sei verzweifelt und fühle sich übergangen und nicht mehr geliebt. Wir seien doch ihre Familie gewesen…

Spätestens jetzt glaubte ich/ wollte ich glauben: Da muss etwas dran sein, irgendwie scheint das zu funktionieren mit der Tierkommunikation! Klaus blieb weiterhin skeptisch und das ist noch milde ausgedrückt… Nach einigen Gesprächen mit Gabi D. und der neuen Familie von Tami wurde dann mit Frau L. verabredet, Tami vorzuschlagen, dass sie selbst entscheiden sollte, wo sie leben wollte, wenn sie sich fangen ließe. Nachdem ich von der Arbeit zurück war, kam der Anruf von Frau L.: Tami will, dass Klaus und ich uns mit Cara, einem unserer eigenen Hunde, nach Anbruch der Dunkelheit mit dem Auto auf den Hof der Recyclingfirma stellen, etwa 5m vor dem Auto eine rote Decke hinlegen als Zeichen für unser Versprechen, dass sie für immer bei uns bleiben darf. (Was niemand außer Tami und unserer Familie wusste: Nach der Schule hatte ich mich mittags immer mit Tami auf’s Sofa gelegt und mit einer orange-roten Decke zugedeckt… Das war der Zeitpunkt, zu dem mir klar wurde, dass das, was die Tierkommunikatorin uns sagte, tatsächlich von Tami kam!!!) Wenn wir das alles so machen würden, dann würde Tami kommen, wir sollten die Autotür öffnen und Tami würde versuchen, einzusteigen. (Dazu ist es wichtig zu wissen, dass Tami NIE freiwillig selbst in ein Auto eingestiegen ist, sie musste immer hineingetragen werden…) Um 17 Uhr standen wir an diesem frühen Nikolausabend mit der in drei Mänteln eingepackten Cara – es waren Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt – auf dem Recyclinghof, die Decke vor dem Auto. Nach 2,5 Stunden waren wir fast tiefgefroren, das Autofenster von innen mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Wir riefen Gabi D. an, dass wir abbrechen müssten. Auf ihr Anraten riefen wir dann auch noch die Tierkommunikatorin Frau L. an um zu sagen, dass Tami nicht gekommen und gar nichts passiert sei. Frau L. erklärte, sie werde Tami sofort ausrichten, dass sie „in die Puschen“ kommen müsse, sonst sei ihre Chance für heute vertan. Und dann …: keine 2 Minuten später kam Tami aus der Dunkelheit um die Ecke eines Altpapierstapels und legte sich auf die rote Decke… Wir dachten an Halluzinationen, eine Art Fata Morgana, einen Traum… Ich stieg aus mit zitternden Knien aus dem Auto und öffnete auch die hinteren Autotüren, rief Tami, sie kam näher, weinte laut, lief wieder ein Stück weg. Ich holte Cara aus dem Auto. Es war zum Weinen zu sehen, wie sich die beiden begrüßten, umeinander hüpften, weinten, sich leckten… Tami nahm die Leckerlis, die wir mitgebracht hatten, lief hinter uns her, aber: Ins Auto ging sie nicht! Wir telefonierten stundenlang mit Frau L., die versuchte, Tami zu überreden, ins Auto zu springen… Nach sechs Stunden war schließlich klar: Wir können nicht mehr bleiben, Cara war eiskalt, wir mussten beide am nächsten Morgen arbeiten, es ging nicht mehr… Wir riefen Melanie St., die ja in der Nähe wohnte, an und baten sie zu kommen, damit Tami weg ging und nicht versuchte, hinter uns herzulaufen. Völlig verzweifelt und mit den Nerven am Ende ließen wir dann die weinende Tami zurück… Wir baten Frau L.noch, Tami zu sagen, wir würden am nächsten Tag zurückkommen, sie solle auf jeden Fall in der Nähe bleiben. Es hat uns fast das Herz auseinander gerissen… Am nächsten Tag teilt Frau L. uns mit, Tami wolle es heute auf die gleiche Weise wie am Vortag erneut versuchen und sie (Tami) sei damit einverstanden, dass wir ihr, falls sie es nicht allein schaffe, und ich auch nicht auf eine ganz bestimmte, von Tami beschriebene Art ihr Halsband fassen könnte, ein Sedativum über ein Stück Leberwurst geben würden und sie dann, wenn sie eingeschlafen sei, ins Auto tragen würden. Ich besorgte also nach der Arbeit das Medikament von unserer Tierärztin. Mir wurde aber deutlich gesagt, wie gefährlich die Verabreichung sei, da Tami davon einschliefe. Wenn sie nach der Einnahme weglaufen würde und wir sie nicht finden, würde sie erfrieren…

Statt Frau L. übernahm am nächsten Tag Frau v.W. , die auch vorher schon mitbeteiligt war, die Tierkommunikation. Mit bangem Herzen standen wir wie am Vortag auf dem Recyclinghof und warteten. Nach einer Stunde bangen Wartens kam von Frau v.W. eine SMS mit der Frage, ob wir Tami sähen. Wir riefen sie an und sagten, es sei nichts und niemand zu sehen. Daraufhin erklärte uns Frau v.W., Tami sagte, sie würde uns sehen, es sei allerdings ein helles Licht dort, das sie davon abhielte, zu kommen. Dieses Licht war tatsächlich da, auf einem Firmengelände nebenan war die Flutlichtanlage eingeschaltet. Das sagten wir Frau v.W., auch, dass sie Tami mitteilen sollte, wir würden auf sie aufpassen und sie brauche sich nicht vor dem Licht zu fürchten. Kurz nachdem das Gespräch beendet war, – für uns wie ein Traum – , kam Tami auf die Decke, die wir wieder vor das Auto gelegt hatten… Sofort stieg ich aus, Tami kam, begrüßte mich weinend. Ich öffnete die Autotür, Tami wich zurück…Ich rief Cara aus dem Auto, die beiden begrüßten sich wie am Tag zuvor. Ich sagte Tami, sie solle wie Cara ins Auto springen – nichts… Wie abgesprochen, versuchte ich nun, Tami Leckerlis zu geben und ihr Halsband zu fassen – nichts… Ich erklärte Tami, ich würde nun noch einmal um das Auto gehen, sie solle versuchen hineinzuspringen. Ansonsten müsse ich ihr das Medikament geben… Langsam ging ich, ohne auf Tami zu schauen, hinter das Auto. Klaus  erzählte mir später, Tami sei sofort ins Auto gesprungen, während ich weiter im Zeitlupentempo um das Auto herumging. Er habe nur gedacht: „Warum um Himmels willen macht sie nicht die Tür zu!!!“ Tami hätte eine kleine Ewigkeit Zeit gehabt, wieder aus dem Fahrzeug zu springen. Als ich endlich wieder auf der anderen Seite war, konnte ich nicht fassen, was ich sah… Ich schlug nur noch die Autotür zu, wir ließen alles, was wir dort liegen hatten, Leine, Decken, Leckerlis, … zurück, verriegelten alle Autotüren und fuhren nach Hause.

Noch am selben Abend kam unsere Tierärztin und untersuchte Tami: Einige kleine Schürfwunden, aufgeschlagene Rute, superdünn, ein leichtes Lungengeräusch, aber sonst scheinbar unverletzt- kaum zu glauben nach 13 Tagen in nächster Nähe zu Autobahn und

Bundesstraße, ohne ausreichend Futter und Schlaf, bei Nässe und Kälte. Nach Aussage der Tierärztin hätte Tami allerdings nicht mehr lange durchgehalten…

Für uns begann an diesem Abend des 7. Dezembers 2012 unser vorgezogenes Weihnachtsfest! Wir werden für immer dankbar sein

  • all unseren Freunden und Bekannten, die Flyer gedruckt, Zeitung und Radiosender mobilisiert, Suchmeldungen weitergeleitet, getröstet haben,
  • den Einwohnern von Ahmsen, die sooo hilfsbereit waren,
  • Gabi Däwes, die uns immer wieder Mut gemacht hat, dass wir Tami wieder bekommen,
  • Melanie A., Ulrike K. und Melanie St und ihrem Mann., die jeden Tag mit gesucht haben,
    der Firma Stücke für ihre Bereitschaft, uns zu helfen,
  • Nicole und Maik E., Petra J. und Daniela Z., die uns bei der Suche unterstützt haben,
  • Tamis Familie, die am Ende einverstanden war, dass Tami nun für immer bei uns bleiben durfte,
  • den unzähligen Helferinnen und Helfern, die wir nicht alle namentlich kennen oder nennen können
  • und letztendlich und vor allen Dingen Frau L. und Frau v. W., ohne deren großartige und wundervolle Hilfe wir Tami mit Sicherheit nicht zurückbekommen hätten!

Tami blieb, wie versprochen, bei uns und begleitete uns noch fast zwölf weitere Jahre als unser wundervoller Herzenshund, sie wird für immer ein Teil von uns bleiben ❤💫❤

Wer nicht an Wunder glaubt, erlebt auch keine ♥ 🐾🐾

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Konguito / Sunny

Vom Adoptant zum Vorstand
Knappe 12 Jahre ist es mittlerweile her, dass ich für meine erste Galga, Angstmaus Roda (über einen anderen Verein adoptiert) eine sichere, souveräne Freundin gesucht habe, die meiner Roda halt geben kann. Bei FFF bin ich damals fündig geworden, nach einer Odyssee an Kommunikation und Hin-und-Her-Gemaile mit anderen Vereinen.
Sehr schnell und unkompliziert hatte dann Jutta Adlon eine Vorkontrolle bei mir Zuhause durchgeführt, wir haben uns kennen gelernt, und die auserwählte Hündin Prusita durfte zu uns umziehen. Natürlich bin ich damals mit meiner Roda zu Prusitas Pflegestelle, Beate Struwe-Kühl, gefahren, damit die Mädels sich kennenlernen.

Schnell habe ich festgestellt, dieser Verein Far from Fear nimmt seine Arbeit wirklich ernst, und ist auch nach Adoption immer da und steht bei Fragen zur Verfügung, ich war wirklich beeindruckt. Nun….es folgten Vereinsbeitritt, diverse Transportfahrten von Hunden von einer PS zur anderen, Abholung von Hunden von Transporten und Flughäfen für andere Pflegestellen, Teilnahme an Mitgliederversammlungen und so weiter.

Schon länger hatte ich das Schicksal eines großen, schwarzen Rüden verfolgt, der schon über 1 Jahr bei der ANAA im Tierheim auf seine Chance auf ein neues Leben gewartet hat, Konguito hiess er damals. Über ein Jahr war es selbst den engagierten Mitarbeitern im Tierheim nicht möglich, an ihn ran zu kommen. Konguito war ein
angstagressiver Bub, gefangen in seiner Panik vor Zweibeinern, und was diese mit ihm machen würden. Er hatte alles andere als gute Erfahrungen mit der Spezies Mensch. Er zeigte jedem deutlich: „komm mir nicht zu nahe, sonst fresse ich Dich“, an. Berührungen und Anfassen war nicht zu denken.Welche deutsche Pflegestelle holt sich einen solchen Rüden ins Haus…? ICH 😉

Aber ich wollte mich dieser Aufgabe nicht ganz unvorbereitet stellen. Ich nutze ein paar freie Tage im Sommer 2015 und besuchte Konguito in Madrid bei der ANAA, und habe ausgiebig mit ihm gearbeitet, um ihm zu zeigen, dass er nicht von allen Menschen böses zu erwarten hat.

Im Spätsommer 2015 kam er dann mit einem Transport bei mir und meinen Mädels an. Es folgte eine lange Zeit des Vertrauensaufbaus, Gewöhnung an einen Haushalt, einen geregelten Tagesablauf, sich anfassen lassen, Halsband, Leine und Geschirr akzeptieren, all das war für ihn schwierig. Es hat gute 9 Monate (!) gedauert, bis wir zu ersten Spaziergängen aus dem Haus gehen konnten, bis dahin war nur Haus und Garten seine Welt, ohne Halsband, Sicherheitsgeschirr etc. war es nicht anders möglich. Aber nachdem dieser Knoten geplatzt war, ging es mit mächtigen Schritten voran. Letztendlich haben wir uns so zusammengerauft, dass wir uns blind vertraut haben  und ich ihn einfach nicht mehr gehen lassen konnte. Aus meinem ersten Pflegehund Konguito wurde dann meine 2. Adoption Sunny, so war sein Name bei mir dann.

Auf Sunny folgten noch so einige andere Pflegehunde, teils ähnlich schwierige Fälle, aber auch unverschuldete Rückläufer, und ein paar unproblematische Pflegehunde. Mit der Zeit wurde aus meinem Pflegestellenstatus, aus Interesse mich noch mehr in die Arbeit des Vereins einzubringen, der Betreuer unserer spanischen Partner-
Organisation ANAA in Madrid, die ich ja schon persönlich besucht hatte.

Als dann unsere langjährige 1. Vorsitzende, Gabi Däwes, über mehrere Wahlperioden hinweg den Wunsch geäussert hat, in Ihrer Tätigkeit als Vorsitzende abgelöst zu werden, und ich beruflich den Freiraum bei mir sah, habe ich den Stier bei den Hörnern gepackt, habe die erforderlichen Qualifikationen erworben, war ein Wochenende bei Gabi Däwes zur „Einarbeitung“, und habe mich in einer schwierigen Zeit im Tierschutz 2020, im ersten Corona-Jahr, zur Wahl als 1.Vorsitzender gestellt.

Mittlerweile bin ich nun fast 6 Jahre im Amt. Und dazu beigetragen haben alle Mitstreiter, seien es Regionalbetreuerinnen, Vorstandkolleginnen, Vorstandbeisitzer, Mitglieder, Pflegestellen, Adoptanten…Eure professionelle und ehrliche Art hat mich damals gefangen und hält mich weiter fest.

Auch wenn Prusita mein erster FFF-Hund war, die intensive Zeit mit meinem Sunny hat die Verbindung zu FFF zu dem gemacht, was sie bis heute ist, ein fester, unverzichtbarer Teil meines Lebens.

Frank Pfeil, 1. Vorsitzender

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Tiza

 
Mein Weg zu FFF
Die Faszination zu Windhunden war schon immer da. Aber die Rahmenbedingungen hatte nicht gepasst und somit war mein erster eigener Hund ein Mischling aus Griechenland. Ein nicht so einfacherer Kerl, der mein Herz erobert hatte und 11Jahre an meiner Seite war.
 
Im Laufe der Jahre hatte sich mein Leben so geändert, dass der erste Windhund bei uns einziehen sollte. Im Internet fand ich viele Tierschutzvereine unter anderem auch FarFromFear. Ich schrieb die zuständige Regionalbetreuung an und erhielt, im Vergleich zu vielen anderen Vereinen, schnell eine Rückmeldung.
Das war mein erster Kontakt zu Jutta Adlon. Durch ihr Engagement, die Zeit, die Jutta investiert hat, um den richtigen Hund für uns zu finden, habe ich mich sehr gut aufgehoben und beraten gefühlt. 
 
Durch Jutta haben wir unsere erste Galga Tiza 2022 bekommen. Tiza war ehrlich gesagt, gar nicht unsere erste Wahl. Sie galt als Notfall in Spanien, lebte damals in einer Tierarztpraxis mit einem Dackel zusammen, da die Tierheime kein Platz hatten. Zum Glück kann ich heute nur sagen. Als sie bei uns ankam, hatte sie alle Herzen im Sturm erobert. Tiza beschloss sehr schnell, dass sie nicht mehr gehen wird. So ein lebensfroher Hund, voller Dankbarkeit und Liebe. So unkompliziert, überall dabei und einfach ein Geschenk. 
 
Leider hatten wir nur 2,5 Jahre zusammen. Aber für diese Zeit sind wir unendlich dankbar und auch wenn ihr Körper nicht mehr da ist, wird sie für uns immer da sein. In Erzählungen, Erinnerungen und in unserem Herzen. Im Laufe der Zeit haben wir beschlossen Pflegestelle zu werden. 
 
Wo ein Galgo Platz hat, kann auch ein zweiter oder dritter Platz bekommen, im warmen Körbchen liegen und das Gefühl von zuhause und Familie kennenlernen und genießen. Dank der guten Zusammenarbeit mit FFF, haben wir aktuell 2 eigene Galgos und einen Pflegehund.
 
Manche Hunde sind schnell vermittelt und bei manchen dauert es etwas länger. Bei manchen ist es ok, wenn sie gehen und bei anderen fließen Tränen, weil der Abschied auch traurig ist, wenn man sich auch freut über das neue Zuhause.
 
Ich bin sehr froh, dass ich FFF gefunden habe.
 
Jessi Lev
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Cooper

Was verbindet mich mit Far From Fear?
Es muss an die zwanzig Jahre her sein, dass ich einen Galgo von Far From Fear aufnehmen wollte. Der Kontakt mit Ulrike Feifar, der Gründerin des Vereins, verlief telefonisch und schriftlich, was man sich heutzutage kaum noch vorstellen kann.Aus der Adoption wurde leider nichts, da die Pflegestelle sich kurzfristig entschloss, den Hund zu behalten.

Aber 2021 zog dann doch noch ein FFF-Hund bei uns ein. Und was für ein Hund! Cooper, ein Galgo-Mastinmischling. Einer der wunderbarsten Hunde, die ich je gehabt habe. Außer für das Kommen, sodass er frei laufen konnte, habe ich Cooper keine „Kommandos“ gelehrt. Weil es nicht nötig war. Schon sehr schnell hatten wir eine Bindung zueinander aufgebaut, bei der die Kommunikation „von selbst“ lief. Unsere Beziehung war von gegenseitiger großer Liebe, Verständnis, Respekt und Anhänglichkeit geprägt. Nur knappe vier Jahre Zeit haben wir miteinander verbringen dürfen, bis ich meinen großen Jungen im Mai 2025 mit 14,5 Jahren gehen lassen musste.


Er fehlt mir. Vergessen werde ich ihn nie. Ebenso wenig die Mühe, die Frank Pfeil anderthalb Jahre lang auf sich genommen hat, um Cooper auf ein Zuhause vorzubereiten und uns zusammenzubringen. Ich habe Erfahrung mit vielen Tierschutzvereinen, aber FFF besticht durch unglaublichen Einsatz für seine Hunde. Auch die Mentalität bei der Vermittlung: Qualität statt Quantität spricht mir aus der Seele. Weiter so!

Judy Kleinbongardt
Dezember 2025

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Gabi Däwes erinnert sich

So fing das bei mir mit Far from Fear an.

Im März 2003 bin ich nach einem mehrjährigen England-Aufenthalt nach Deutschland zurückgekehrt. Ursprünglich aus der „Terrier-Ecke“ kommend, habe ich mich in GB hoffnungslos in die „Windigen“ verliebt.  Greyhounds haben dort auch keinen wirklichen Haushund-Stellenwert, sondern werden oft am Ende ihrer Rennkarriere gnadenlos ausgemustert – meist im Alter von 4-5 Jahren.  Rehoming Programme gibt es zwar, aber viel zu wenig Plätze für viel zu viele Hunde. 

Als meine Rückkehr nach Deutschland also feststand, habe ich mir bei einem befreundeten Renntrainer zwei 4jährige Greys (Star und Angel) aussuchen dürfen, die mit mir in Deutschland ihr neues Leben beginnen sollten. Leider war es Angel nicht vergönnt hier eine lange und schöne Zeit zu haben, sie stürzte im Freilauf und verletzte sich schwer an der Wirbelsäule.

Noch in der Überlegung wie Star -der ja Gruppenhaltung gewöhnt war- nun mit der Situation klarkommen würde, gab mir meine Mutter einen Artikel aus der örtlichen Tageszeitung mit den Worten „schau mal Greys“. Aber irgendwie sahen die doch etwas anders aus und aus dem Artikel ging dann hervor: Die Dame hatte 2 Galgos  – einen davon ganz frisch adoptiert von Far from Fear eV. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich von Galgos und deren Haltungsweise in Spanien noch nichts gehört. 

Also machte ich mich am Computer schlau. Ich bin nicht zart besaitet, aber die Bilder, die einem damals noch im Internet problemlos angezeigt wurden, trieben mir die Tränen in die Augen. Natürlich habe ich auch über den Verein nachgelesen, Pflegeplätze in Deutschland wurden gesucht, eine noch junge Orga, aber das ganze Konzept war schlüssig und wirkte seriös. 

Eine Nacht habe ich darüber geschlafen und dann war der Entschluss gefasst – ich schrieb eine Mail an FFF und bot meine Mithilfe an.  Dann ging alles recht schnell – ein Info-Telefonat, ein Vorbesuch und dann der Anruf „wir haben einen Notfall, kannst du…..“

3 Tage später war ein erster Pflegehund da, Robin.

Etwas gestresst von der langen Autofahrt und der neuen Umgebung stand er zunächst etwas verloren da und wusste nicht so recht was nun. Jetzt musste ich ihn also mit meinem Star bekannt machen und ein bisschen mulmig war mir da schon -man weiss ja nie. Also vorsichtshalber Leinen und jeder einen Maulkorb – alles völlig unbegründet. Star zeigte sich als perfekter Gastgeber und Robin akzeptierte sofort den Herrn im Haus.

Die beiden waren ein Dreamteam, hatten so viel Spaß miteinander – Rennen, Spielen und auch zusammen liegen.  Mein ohnehin nicht so großer Garten verwandelte sich in eine Steilwand-Rennstrecke. Wir konnten sogar gemeinsam mit dem Fahrrad unterwegs sein – Star kannte das schon und Robin zeigte sich als Naturtalent. Wenn die Beiden Fahrt aufgenommen hatten, brauchte ich nicht mehr treten.  Bis… – eines Tages ein neugieriges Kaninchen unseren Weg kreuzte und beide Rüden angefixt in die Richtung zogen. Ich dachte nur noch „nicht die Leinen loslassen“ und ging mit einem unsportlichen Satz über den Lenker.  Angebrochene Rippe und verstauchte Finger, danach dann doch lieber – Fahrradtour mit meinem Freund und jeder einen Hund.  

Es war ein toller Sommer und irgendwie hatte ich den Gedanken völlig verdrängt, dass Robin ja zur Vermittlung stand. Dann kam die Nachricht, dass es Interessenten für ihn gibt – aus Holland und alles in mir war sofort auf „nein“ gepolt.  Diesmal ließ meine Regionalbetreuung das noch so durchgehen, erinnerte mich aber daran, dass ich ja weiteren Hunden eine Chance auf ein Leben hier geben sollte. Dann kam wenig später die zweite Anfrage. Windhunderfahrene Leute, die uns dann besuchten und es gab nichts auszusetzen. Also machten wir uns auf den Weg. Wenn vor Ort alles ok war, dann sollte Robin auch direkt dort bleiben. Ich hatte meinen Freund als Unterstützung mitgenommen, auch weil er fahren sollte, denn ich war an dem Tag extrem nah am Wasser gebaut. Es kam wie es kommen musste, Robin fand sein neues Sofa und war vermittelt.

Zuhause schaute mich Star mit großen, fragenden Augen an. Er musste aber nur kurze Zeit als Einzelhund aushalten, dann kam eine Hündin zu uns in Pflege. Und bald danach ein weiterer Rüde, Ulysses, der dann tatsächlich mein erster eigener Galgo wurde.

So fing das damals an – 2003, lang ist es her und es gab viele Veränderungen. 

Heute nach 23 Jahre mit Frau from Fear, hatten wir das Glück mehr als 100 Pflegehunde kennengelernt zu haben. Jeder war anders und jeder ein eigener Charakter. Es gab die jungen, die älteren, die lustigen und die ängstlichen, Rückläufer und auch die, die kamen um ihren letzten Weg hier zu gehen.

Wirklich leicht sind Vermittlungen nie, aber wenn alles passt, dann kann man auch loslassen. Trotzdem gab es auch immer wieder die, die uns den Abschied besonders schwer gemacht haben und dann doch Tränen flossen.  Und natürlich waren auch wir nicht gegen dieses Pflegestellenfieber-Virus immun – das ist eben manchmal einfach alternativlos.  😉    

Gabi Däwes, Regionalbetreuerin 

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18 Jahre Pflegestelle – eine Herzensgeschichte

November 2007… Winter, draußen fiel der erste Schnee, drinnen saß ich mit einer Tasse Tee in der Hand und dem Kopf voller Gedanken. Mein Hund Paco lag auf seinem Lieblingsplatz und war – sagen wir mal – eher ein Charakterhund, kein einfacher. Ein Hund mit Vorgeschichte. Aber ich spürte, dass da noch mehr geht. Auch, weil ich Paco zu diesem Zeitpunkt schon großes Vertrauen schenken konnte. Dennoch war die Sorge groß, ob das Zusammenleben mit einem zweiten Hund wirklich funktionieren würde. Was, wenn nicht? Ich wollte Paco nicht überfordern, und mich natürlich auch nicht.

Aus dieser Unsicherheit heraus entstand eine Idee, die mein ganzes Leben verändern sollte: Pflegestelle werden.
Nur auf Zeit… Nur zum Ausprobieren…Nur mal sehen…

Durch Pacos eigene Geschichte – er kam ursprünglich aus Spanien und landete als Wanderpokal, von Tierheim zu deutscher Familie zu nächster Familie und wieder zurück in ein Tierheim, irgendwann bei mir – wurde ich auf das unermessliche Leid der Galgos aufmerksam. Diese Bilder, diese Berichte, sie lassen dich nicht mehr los, wenn sie einmal in dir angekommen sind. Also begann ich zu recherchieren, googelte mich durch die Nacht, schrieb zahlreiche Vereine an, die Galgos vermitteln, stellte mich vor, erzählte von meinem Beruf als Hundetrainerin, von meinen vielfältigen Aktivitäten, meiner Energie und von meinem Wunsch, mich als Pflegestelle einzubringen.

Die Reaktionen waren ernüchternd, denn es passierte das, was im Tierschutz leider auch passiert: Einige antworteten gar nicht. Einige sagten ab. Und ein Verein ließ sogar ausrichten, ich sei viel zu aktiv für diese sensible Rasse und man würde mir niemals einen Hund anvertrauen. Bis heute frage ich mich, was das sollte. Aktiv sein heißt doch nicht lieblos sein. Im Gegenteil.

Egal, es war – aus heutiger Sicht – mein Glück.

Denn dann kam diese eine Nachricht von Far from Fear beziehungsweise der damaligen Vorsitzenden Ulrike Feifar. Vom ersten Moment an fühlte ich mich willkommen. Nicht geprüft wie unter einer Lupe, nicht in Schubladen gesteckt, sondern ernst genommen. Alles wurde in Ruhe besprochen: die Aufgabe als Pflegestelle, die Verantwortung, der Ablauf von Transport und Aufnahme. Ich weiß noch genau, wie ich nach dem Telefonat das Gefühl hatte, als würde ich schon dazugehören, obwohl ich noch gar nichts „getan“ hatte. So, wie man es braucht, wenn man gerade mit einem Fuß in eine neue Welt tritt.

Dezember 2007… Shira (damals noch Suspira) zog bei uns ein – unsere allererste Pflegehündin. Mit ihr fing alles an. Ich weiß noch, wie zögerlich sie war, wie ihr Blick alles absuchte, wie sie Paco beobachtete. Und so schnell sie gekommen war, zog sie auch schon wieder in ihr Für-immer-Zuhause. Zu einer Familie, mit der ich bis heute eng verbunden bin, und die später noch zwei weitere Pflegehunde von mir übernahm, darunter den blinden Jaro.

Februar 2008… es folgte Pflegehund Nummer zwei. Donna, ängstlich, vorsichtig, eine von denen, die erstmal nur am Rand stehen und schauen, ob man es wirklich ernst meint mit dem Guten. Und dann kam das, wofür ich Pflegestelle werden wollte: Sie knüpfte von Anfang an ein dickes Band zu Paco. Und er zu ihr. Genau das hatte ich mir erhofft, war aber gleichzeitig tief berührt davon, wie selbstverständlich Hunde manchmal zueinander finden.

Weil es so gut funktionierte, durfte Donna bleiben. Pflegestelle? Erstmal Pause. Ich dachte kurz, das Kapitel wäre beendet. War es natürlich nicht.

Dezember 2010… was danach folgte, war mehr als nur ein Ehrenamt. Es war diese wunderbare Aufgabe, dieses „Da wartet noch jemand“. Und so zog Pepe ein, ein kleiner Strubbel-Windhund-Mix. Ich war mir ganz sicher: Der wird vermittelt. Der zieht wieder aus. Der ist nur auf Durchreise.

Tja,Pepe kam, sah, und siegte. Ströhlein Nr. 3.

Pepe ist kürzlich im November 2025 verstorben, und er fehlt sehr. Aber er ist überall noch da, in kleinen Gewohnheiten, Blicken, Erinnerungen. Und ganz fest in unseren Herzen (genau wie alle anderen, die bereits vorausgegangen sind).

Juli 2011… die kleine Miley reist im Welpenalter aus Spanien zu uns aus. Und dann einer nach dem anderen. Finn, Mola, Campino, Raya, Marron, Aurah, Millie, Kalea, Ludo, Cara, Pino, Dorie, TomTom, Tilda, Pepita, Canela, Mio, Pedro, Alma, Aragorn, Betty, Erna, Canija, Malia, Ziro, Pina, Naomi, Benito, Lasko, Vaiana, Lucy, Ivy, Fritz-Casimir, Trudi, Wendy, Jaro, Jeronimo, Lenya, Remo und zuletzt Zarena.

Es wurde eine lange Reise. Eine, die manchmal weh tut. Und gleichzeitig so unfassbar viel Sinn macht. 44 Pflegehunde (Zarena durfte kürzlich in ihr eigenes Für-immer-Zuhause ziehen). So schwer es jedes Mal ist, einen Hund nach Wochen, Monaten oder sogar über einem Jahr wieder gehen zu lassen, so sehr entschädigt die nächste arme Seele, die zu uns kommt. Zu sehen, wie aus oft tief verunsicherten, ängstlichen Hunden lebensfrohe, glückliche Begleiter werden, ist unbezahlbar. Jeder Hund, der in seine eigene Familie zieht, macht Platz für den nächsten. Denn in Spanien warten unendlich viele Hunde auf ihre Chance. Und diese Chance werden wir so lange bieten, wie wir es leisten können.

Aktuell überlegen wir, wer als Pflegehund Nummer 45 bei uns einziehen könnte, natürlich nur vorübergehend. Denn die 50 wollen wir auf jeden Fall voll machen. „Wir“ – das sind Dorie, Mio, Aragorn, Pina, Vaiana und ich, denn in einigen Fällen bin ich bekennende Pflegestellenversagerin.

Januar 2026… es ist wieder Winter, meine Hunde schlafen um mich herum, und ich denke an jeden einzelnen „Pflegi“, der durch unsere Tür trat (weil ich gebeten wurde, einen kleinen Text für FFF zu schreiben… ok, der ist tatsächlich etwas umfangreicher ausgefallen 😘).

Seit über 18 Jahren bin ich nun Teil der 25-jährigen Geschichte von Far from Fear e. V.

Wenn ich heute auf das Jahr 2007 zurückblicke, bin ich unendlich dankbar, dass genau dieser Verein mich damals mit offenen Armen empfangen hat. Wer weiß, ob ich sonst heute noch so aktiv diese nicht immer einfache, aber zutiefst erfüllende Aufgabe als Pflegemama leben würde. Und vor allem: Meine heutige Hundefamilie hätten so in dieser Zusammensetzung niemals den Weg zu mir gefunden. Der Gedanke daran lässt mich tatsächlich sehr sentimental werden ❤️.

Mit jedem Hund habe ich gelernt. Mit jedem Hund habe ich mich weiterentwickelt. Mit jedem Hund ist mein eigenes „Rudel“ – im Herzen wie im Leben – gewachsen. Und es sind viele enge Freundschaften mit Adoptivfamilien meiner Pflegehunde entstanden, die ich nicht missen möchte.

Herzlichen Glückwunsch, liebes FFF-Team, zu 25 Jahren unermüdlichem Einsatz.

Auf noch viele gemeinsame Jahre im Sinne unserer geliebten Galgos.

Ein Video all meiner Pflegehunde ist hier zu finden:

https://vimeo.com/1110734909

Christine Ströhlein

 

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Talia – Unsere Erste

Unser Weg mit Far From Fear begann im Sommer 2012. Eigentlich habe ich immer gedacht, wir seien “Katzenmenschen”.  Als ich meiner Schwester beim Umzug half, erwähnte sie mir gegenüber, dass ihr Pflegehund Talia sonst gegenüber Männern eher misstrauisch sei. Auch sei sie, obwohl fast noch ein Welpe, als einzige von drei Pflegewelpen noch ohne Interessenten geblieben. Dies erzählte ich zuhause und lernte dann, dass der Lebenstraum meiner Frau ein eigener Hund ist.

Über den Sommer besuchten wir meine Schwester und meinen zukünftigen Schwager öfter und bald gab es kein Zurück mehr: Wir fragten offiziell bei Far from Fear für Talia an. Mit meiner Schwester als Pflegestelle und Bürgen erhielten wir den Zuspruch – so konnte Talia am 27. Oktober 2012 zu mit uns nach Hause fahren.

Wir besuchten eine Hundeschule, die partnerschaftlichen Umgang auf Vertrauensbasis lehrte, was erfahrungsgemäß mit Windhunden besser funktioniert als Strenge. Alsbald bewarben wir uns auch als Pflegestelle, adoptierten einen zweiten eigenen Hund und vermittelten mehrere Pflegehunde in gute Hände.

Talia war stets die ruhige Chefin in unserem wechselnden Rudel zuhause. Beinahe nie musste sie laut werden. Sie führte, ohne vorne zu stehen, ohne zu keifen und zu rangeln. Auch als LeseHund war sie bei den Kindern der Grundschule im Nachbarort sehr beliebt – nicht wenige bedauerten, dass sie keine Leseförderung nötig hatten ;-).

Ende des Jahre 2025 verstarb Talia kurz vor ihrem vierzehnten Geburtstag. Sie fehlt uns jeden Tag und wir sind ihr unendlich dankbar für alles, was sie uns beigebracht hat und dafür, dass sie vor allem mich zum Hundemenschen gewandelt hat.

Stefan Sutter

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Meine kleine Pflege-Mama-Geschichte

Da „mein“ Verein das Silberjubiläum feiert, zücke ich als „Joungster“….(PS FFF seit 2020) auch mal die Feder.
 
Ich kam 2018 nach über 30 Jahren Haltung und Zucht von IWs und Deerhounds, nachdem meine sehr alte Deerhoundhündin friedlich von alleine (das ist fast schön) in ihrem geliebten Camper für immer eingeschlafen war,  durch einen Tipp meiner Tochter zu meiner ersten OLDIE-Galga von einem anderen Verein. Sie hatte eines der schwersten Schicksale hinter sich, das ich bis heute hörte, war mind. 12 Jahre alt und auf Dauermedikation, hat aber 3 wundervolle Jahre mit vielen Reisen und fast immer ohne Leine bei mir bleiben dürfen.
 
Ein Jahr später habe ich die ersten 2 älteren Galgas in Pflege genommen. Die beiden waren ein gutes Beispiel dafür wie unterschiedlich die Vermittlungen laufen können. Aneu war nach 3 Wochen vergeben, ihre Schwester Denisa blieb 6 Monate bei mir, dann habe ich auch für sie das perfekte Zuhause gefunden.
 
Nachdem ich mich 2020 mit der Vereinsvorsitzenden vollkommen überworfen hatte, fragte ich bei Gabi Däwes an, ob ich für FFF als Pflegestelle tätig werden durfte – sie war erfreut und ich darf sagen, dass es mit ihr eine wunderbare Zusammenarbeit war und ist.
 
Im Dezember 2020 holte ich dann die erste Pflegehündin über FFF in Köln vom Transport ab (RAFI war am letzten Abend an der Futterschüssel zusammengebissen worden, man informierte mich darüber, aber was soll’s – ich habe sie anreisen lassen). Sie kam mit 5 Stunden Verspätung in Köln als absoluter Panikhund an (das war sie vorher nicht) – es war der bisher einzige Hund, der nicht freiwillig aus dem Transporter wollte und dann kamen ja noch 4 weitere Fahrtstunden. Es dauerte Monate, bis sie mir einigermaßen vertraut hat. Es gab auch eine ernstzunehmende Anfrage, aber nachdem ich sie dort hinbrachte und die Gegebenheiten sah, die gar nicht für sie geeignet waren, habe ich sie mitsamt ihrem Gepäck wieder mitgenommen…..RAFI war mein jüngster Pflegehund und dann mit Leishmaniose und 3 nicht reparablen Bandscheiben nicht mehr zu vermitteln und so ist sie immer noch bei mir als Dauerpflegehund.
 
2021 habe ich drei Hunde verloren, auch meine letzten beiden Deerhounds…ich fiel nach 35 Jahren Mehrhundehaltung das erste Mal in ein ziemlich dunkles Loch. Und wieder war es meine Tochter, die mich überredete, die letzten 2 Welpen ohne Pflegestelle von einem 11er Wurf in der FBM– auch noch Rüden – anreisen zu lassen: „Mama – du hast doch so viel Welpenerfahrung und die sind bestimmt auch gleich weg…“
Also – im Januar – Mäntel nähen lassen – Geschirre anfertigen lassen – Box für die Nacht kaufen (keiner ging hinein) – sowas hatte ich ja alles nicht mehr. Die Zwerge waren 3 Monate bei mir – ich habe 3 Wochen auf der Couch „geschlafen“, schön an Gewicht verloren, aber die Zwei haben alles wieder wett gemacht. Und auch sie habe ich wie fast alle meine Pfleghunde selbst in ihr neues Zuhause gebracht.
 
Danach kam eine wirkliche Angsthündin – Gott sei Dank hatte ich wieder ein sehr stabiles Ömchen und fand nach 6 Monaten auch für ORAZIA ein tolles Zuhause.
 
 
Die Oldies machen mir immer sehr viel Freude und ich habe zu allen Adoptanten ein nettes Verhältnis, auch nachdem einige meiner Pflegehunde bereits über dem Regenbogen sind.
Ich bin ein wenig stolz darauf, in den vergangenen 6 Jahren 20 vor allem ältere Galgas in liebenswerten Familien untergebracht zu haben, eine Familie hat bereits die dritte Omi von mir adoptiert.
 
Die Arbeit als Pflegestelle bringt wirklich Erfüllung – Voraussetzung ist die Liebe zum Tier, viel Zeit und Geduld, Ruhe, ein geregelter Ablauf und ausreichend Platz. Mühe und Kosten sollten nicht gescheut werden.
Da ich nicht mehr zu den Jüngsten gehöre, muss ich nun mit einer eigenen Galga und zwei anstrengenden Dauerpflegehunden als Pflegestelle pausieren…..leider!
 
Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu überlegen, ob es die Möglichkeit gibt einen Pflegehund bei sich aufzunehmen.
Natürlich gibt es bei den einen oder anderen Trennungsschmerz, aber man kann den nächsten nur retten, wenn man sie immer weiterziehen lässt.
 
Bei mir ging jedes Mal ein Stück vom Herzen mit und ein Herz aus Marmor als Andenken an die Pflegemama. Für mich gab es immer ein Foto an meiner „Pflegewand“ und wundervolle Erinnerungen an jeden einzelnen Pflegehund.
 
Sonja Hansen
 
Anmerkung: die wunderbare Rafi durfte auch Model sein für die aktuelle, neue T-Shirt-Kollektion in unserem Shop: 
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Die Fahrerkette der besonderen Art

In unserer Rubrik „Was haben wir mit FFF in den letzten 25 Jahren erlebt?“ schreibe ich heute ausnahmsweise nicht aus der Vergangenheit, sondern aus der Gegenwart. Denn an diesem Wochenende bin ich von unserem Verein und den wunderbaren Menschen darin in einer Notsituation so großartig unterstützt worden, dass ich es einfach teilen muss.

Am Freitag machte ich mich mit zwei meiner Hunde auf den Weg zu Frank, um am Samstag gemeinsam zum Galgomarsch nach Mainz zu fahren. 450 km sind kein Katzensprung, also war alles gut vorbereitet: Mein alter Nando durfte das Wochenende bei Bärbel verbringen – einer lieben und langjährigen FFF’lerin in meiner Nähe. Die Tour wäre für ihn nicht mehr geeignet gewesen.

Nach zweieinhalb Stunden Fahrt, noch vor den Kasseler Bergen, streikte plötzlich mein Auto. Also rief ich den ADAC. Man brachte mich am Freitagnachmittag in eine Werkstatt, der Mechaniker las den Fehlerspeicher aus, schüttelte den Kopf und setzte alles zurück. Probegefahren – der Wagen lief wieder. Also weiter.

Doch nach 100 km kam der Fehler erneut. Weiterfahrt unmöglich. Ich rief Frank an und sagte, dass der Galgomarsch für mich und meine Langnasen wohl in den Sternen steht. Kaum wusste Frank, wo ich gestrandet war, fiel ihm sofort ein, welche Adoptanten und Vereinsmitglieder in der Nähe wohnen könnten. Er telefonierte direkt herum – und Annette und Raimund sagten ohne Zögern zu, mich und die Hunde vom Autohof abzuholen!!

Nach kurzem Überlegen boten sie mir sogar ihren Kombi als Leihgabe an, damit ich doch noch zu Frank und zum Galgomarsch kommen konnte. Grandios!

Nach insgesamt 12½ Stunden kam ich schließlich bei Frank an. Und am Samstag folgte der nächste WOW‑Moment unserer FFF‑Familie: Dank Raimund konnte ich mit einem Abschlepper sprechen, der meinen Wagen zurück in den Norden bringen würde. Außerdem bekam ich von drei FFF’lern Zusagen für meine Rückreise am Sonntag – damit ich auch Nando wieder abholen konnte.

So fuhr ich am Sonntag um 11:30 Uhr bei Frank los, brachte den Wagen nach Homberg, wurde von Raimund und Annette von dort aus in den Raum Münster/Osnabrück zu unserer Kollegin Anja und ihrem Mann gefahren und schließlich weiter Richtung Bremen, wo die dritte Fahrerin schon auf mich und die Hunde wartete.

Leider gab es auf der A1 vier Stunden Stau, sodass auch die Heimreise über zwölf Stunden dauerte! Aber alle Fahrerinnen und Fahrer – und Bärbel, die sich so liebevoll um Nando gekümmert hat – haben mich getragen, unterstützt, mit gewartet und letztendlich sicher nach Hause gebracht.

Ich bin immer noch überwältigt davon, wie herzlich wir miteinander umgehen – nicht nur mit unseren Vierbeinern, sondern auch unter uns Zweibeinern. Egal wo in Deutschland etwas passiert und Not am Mann, der Frau oder dem Hund ist: Unser Netzwerk hält zusammen.

Allen Beteiligten gilt mein ganz, ganz großer Dank. Ich bin stolz, Teil dieses großartigen Vereins zu sein.

Herzlichst eure Ulli aus dem Vorstand

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